Das Impftempo in Mülheim ist deutlich gestiegen – Gute Vernetzung und bestes Miteinander
Kleiner Piks und große Hoffnung

Uwe und Claudia Brock haben sich am Samstagmorgen im Mülheimer Impfzentrum den Impfstoff abgeholt und sind das ganze Wochenende zu ihren bettlägerigen und pflegebedürftigen Patienten gefahren.
Foto: PR-Foto Köhring
  • Uwe und Claudia Brock haben sich am Samstagmorgen im Mülheimer Impfzentrum den Impfstoff abgeholt und sind das ganze Wochenende zu ihren bettlägerigen und pflegebedürftigen Patienten gefahren.
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Der Corona-Inzidenzwert in Mülheim lag am Dienstagmorgen bei über 185. Für den Krisenstab und die Verantwortlichen in unserer Stadt ein Grund zur Sorge. Zugleich arbeitet das Impfzentrum auf dem ehemaligen Tengelmanngelände an der Wissollstraße auf vollen Touren und liegt über dem „eigentlichen“ Plan. Ein Grund zur Hoffnung.

„Im Impfzentrum wird jeden Tag in der Woche zwölf Stunden geimpft. Hinzu kommt die Unterstützung durch die Hausärzte. Für manche ist das eine physische wie auch psychische Kraftanstrengung. Hut ab vor allen Beteiligten“, sagt Sven Werner, Leiter der Mülheimer Feuerwehr. Nach Ostern hat das „Impftempo“ deutlich an Fahrt aufgenommen. Mülheim bekam mehr Impfstoff. Und dieser Trend werde sich fortsetzen, denn in Kürze sei mit erneut steigenden Impflieferungen zu rechnen.

„Die Stimmung ist gut“, weiß der Feuerwehrchef. Er ist zwar nicht jeden Tag im Impfzentrum, bekommt aber immer „aktuelle Wasserstandsmeldungen“. Täglich werden über 500 Mülheimerinnen und Mülheimer geimpft. Der kleine Piks verbreite Hoffnung und Zuversicht. Man bekomme kontinuierlich Rückmeldungen von den Bürgern, wie problemlos alles im Impfzentrum vonstatten gehe. Die gute Beratung des kompetenten, freundlichen Personals wird dabei immer hervorgehoben.

Trotz des enormen Impftempos gebe es nur selten Warteschlangen und Staus. Die wiederum hätten etwas mit einem „falschen Pünktlichkeitsverständnis zu tun gehabt. Pünktlich zu erscheinen, so Werner, hieße, nicht zu spät zum terminierten Zeitpunkt zu erscheinen, aber auch nicht viel zu früh zu kommen. Auch solle man die benötigten Unterlagen bereits zu Hause ausfüllen und nicht erst im Impfzentrum. Das alles würde helfen, unnötige Wartezeiten auszuschließen.

Hohe Impfbereitschaft

Seit der letzten Woche konnten sich zusätzlich auch die über 60-Jährigen impfen lassen, die etwa durch Vorerkrankungen zu Risikogruppen gehörten. „Die angebotenen und zur Verfügung stehenden Zusatztermine waren begehrt und schnell vergeben“, berichtet Werner. Für ihn sei das ein Zeichen, dass die Impfbereitschaft in Mülheim groß sei. Wenn weiterhin genügend Impfstoff zur Verfügung steht, und davon gehe er aus, würde im Juli jeder Mülheimer zumindest seine erste Impfung erhalten haben.

Auf Hochtouren laufe derzeit zudem die Impfung von bettlägerigen Personen der Pflegegrade 4 und 5 sowie von bettlägerigen Personen über 80 Jahren in deren eigenen Wohnungen. Zugleich ist dann auch die Impfung von bis zu zwei betreuenden Personen dieser Patientinnen und Patienten möglich.

Ein Spezialfahrzeug der Johanniter-Unfall-Hilfe mit entsprechenden Kühlvorrichtungen st täglich unterwegs. Problematisch sei es, dass man vermutlich nicht alle Berechtigten dieser Gruppe auf dem Schirm haben, weil die Pflegekassen und Pflegedienste aus Datenschutzgründen nicht umfassend informieren dürfen. Das veranlasst Werner zu der Anmerkung: „Der Staat schützt die Daten offensichtlich besser als die Menschen.“

Bestens eingebunden

Große Unterstützung leisten in diesem Zusammenhang die Mülheimer Hausärzte, die inzwischen voll in das Impfgeschehen eingebunden sind. „Wir kennen unsere Patienten und können dementsprechend zuteilen und priorisieren“, sagt Uwe Brock, Vorsitzender der Kreisstelle Mülheim bei der Ärztekammer Nordrhein. Er und sein Team waren am Wochenende fast rund um die Uhr im Einsatz und auf Tour. Jeweils ein Arzt und eine Helferin fuhren zu den Patienten. Am Samstag um 9 Ihr konnte man sich im Impfzentrum die bereits aufgezogenen Spritzen abholen und sich damit auf den direkten Weg machen.

Auch in den Hausarztpraxen selbst werde je nach vorhandenem Impfstoff zügig durchgeimpft. Manche Kollegen würden das sogar noch außerhalb der Praxiszeiten tun. Die Menschen in unserer Stadt, so sind Brock und Werner überzeugt, würden sehen, dass hier nicht geredet, sondern gehandelt werde. Das sorge für Zuversicht. Viel hänge natürlich davon ab, ob die zugesagten Impflieferung auch eingehalten würden. Davon könne man allerdings ausgehen, wie die Entwicklungen der letzten Woche bewiesen hätten.

Autor:

Reiner Terhorst aus Duisburg

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