Erinnerungen an das Neumühler Stielmustheater bleiben trotzdem lebendig
Filmabend auf das nächste Jahr verschoben

Das Neumühler Stielmustheater hat zwei Jahrzehnte lang Neumühls Geschichte und Kultur hochgehalten. Die Erinnerungen an die Blütezeit des Bergbaus und an das pulsierende Leben in der Zechenhauskolonie wird auf jeden Fall lebendig gehalten, wenn auch wegen der Corona-Pandemie der für den 5. September geplante Filmabend abgesagt und auf das nächste Jahr verschoben wird.
Foto: Jürgen Hovorka
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  • Das Neumühler Stielmustheater hat zwei Jahrzehnte lang Neumühls Geschichte und Kultur hochgehalten. Die Erinnerungen an die Blütezeit des Bergbaus und an das pulsierende Leben in der Zechenhauskolonie wird auf jeden Fall lebendig gehalten, wenn auch wegen der Corona-Pandemie der für den 5. September geplante Filmabend abgesagt und auf das nächste Jahr verschoben wird.
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Als Ende September 2017 im Bürgerhaus Neumühl der unwideruflich letzte Vorhang für das Stielmustheater fiel, hatten das viele Menschen aus Neumühl, Duisburg und der gesamten Region zutiefst bedauert. Augenzwinkernd meinte aber schon da Regisseur Helmut Hoppe, dass dem Ensemble „so ein paar Ideen im Kopf rumschwirren.“

Nur ein Jahr später feierte das Neumühler Stielmustheater seine offizielle Gründung vor 20 Jahren, natürlich auch wieder im Bürgerhaus an der Otto-Hahn-Straße, das erneut bis auf den letzten Platz gefüllt war. Denn schließlich war das „Volks-Amateurtheater mit professioneller Note“ für das Revier so etwas wie das Ohnsorg-Theater für Hamburg oder das Millowitsch-Theater für Köln.

Sieben Erfolgskomödien hatte das Neumühler Urgestein Günter Bleck geschrieben, gelernter Bergmann und Steiger mit tiefen Wurzeln in Heimat und Brauchtum. Alle Stücke hatten Bezug zu Neumühl, zur Blütezeit des Bergbaus und zum pulsierenden Leben in der Zechenhauskolonie. Sie waren einzeln aussagekräftig, im Gesamtzusammenhang aber so etwas wie eine Familiengeschichte oder gar eine „Neumühl-Saga“. Kurz vor seinem plötzlichen Tod hatte Günter Bleck sein siebentes Stück fertiggestellt, thematisch wieder mitten aus dem Neumühler Leben gegriffen.

„Nach dem Tod von Günter Bleck hatten wir keine neuen Stücke, und ein Stilwechsel machte weder für uns noch für unser Publikum Sinn“, erläutert der „Stielmus-Regisseur“. Außerdem werde die Durchführung der alljährlichen Neumühler Theatertage immer beschwerlicher: „Wir werden auch nicht jünger.“ So gab es 2018 – ganz im Sinn von Günter Blecks Witwe Helgard – kein neues Stück mehr, aber eine „Abschiedsveranstaltung“, weil man da halt 20 stolze Jahre als Stielmustheater Neumühls Kultur und Geschichte hochgehalten hatte. Die Veranstaltung stieß auf große Resonanz.

Nächstes Jahr wieder
"ganz großes Kino"

Das war ein kurzweiliger Abend für alle Gäste, die sich gerne an die schönen Jahre mit dem Stielmustheater erinnerten. Viele Teilnehmer hatten sich gewünscht, dass man der Reihe nach noch einmal alle Stücke komplett aufführen sollte. Das war und ist aber nicht möglich. Dennoch prägte sich Hoppes Satz ein, angelehnt an einen Trude-Herr-Kult-Song: „Niemals geht man so ganz.“

Im vergangenen Jahr gab es deshalb einen Filmabend mit vielen Szenen und Sequenzen aus den zwei Stielmustheater-Erfolgsjahrzehnten. Ein solcher Filmabend sollte in diesem Jahr am 5. September im Bürgerhaus Neumühl erneut stattfinden. Da aber heute niemand genau weiß, ob und wie das aufgrund der Corona-Pandemie aber vonstatten gehen könnte, hat sich das „Stielmus-Team“ frühzeitig entschlossen, den Termin abzusagen und das "ganz große Kino" auf das kommende Jahr zu verschieben. So haben alle Planungssicherheit, und aufgeschoben ist schließlich nicht aufgehoben.“ Die Termine werden frühzeitig bekanntgegeben. Wie formulierte es "Stielmus-Mann" Reiner Michels doch so treffend: „Wir vermissen Euch und freuen uns auf Euch!“

Das Neumühler Stielmustheater hat zwei Jahrzehnte lang Neumühls Geschichte und Kultur hochgehalten. Die Erinnerungen an die Blütezeit des Bergbaus und an das pulsierende Leben in der Zechenhauskolonie wird auf jeden Fall lebendig gehalten, wenn auch wegen der Corona-Pandemie der für den 5. September geplante Filmabend abgesagt und auf das nächste Jahr verschoben wird.
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Im vergangenen Jahr freuten sich bei der Plakatvorstellung Regisseur Helmut Hoppe (l.) und „Ensemble-Ikone“ Dieter Rachny schon auf den ersten Kinoabend, bei dem zwei Kult-Stücke von Günter Bleck auf die Leinwand kamen. Das sollte in diesem Jahr auch stattfinden. Leider macht Corona den engagierten Neumühlern einen Strich durch die Rechnung. Also: Auf ein Neues im nächsten Jahr..
Foto: Reiner Terhorst
Autor:

Reiner Terhorst aus Duisburg

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