Längere Einschränkungen im Bahnverkehr – nach A 40-Brückenbrand ist weiter Geduld gefragt
Autobahn ab Montag wieder befahrbar

Die Abrissarbeiten an der durch den LKW-Brand irreparabel beschädigten Eisenbahnbrücke auf der A 40 sind in vollem Gang. Die Bagger und schweren Geräte sind vor Ort. Die Bahn und Straßen.NRW tun alles, um die Einschränkungen möglichst gering zu halten. Ab Montag soll die Autobahn wieder befahrbar sein. Die Bahn sorgt für Schienenersatzverkehr.
Foto: Deutsche Bahn
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  • Die Abrissarbeiten an der durch den LKW-Brand irreparabel beschädigten Eisenbahnbrücke auf der A 40 sind in vollem Gang. Die Bagger und schweren Geräte sind vor Ort. Die Bahn und Straßen.NRW tun alles, um die Einschränkungen möglichst gering zu halten. Ab Montag soll die Autobahn wieder befahrbar sein. Die Bahn sorgt für Schienenersatzverkehr.
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Nach dem schweren Tanklasterunfall auf der A 40 direkt unter den Eisenbahnbrücken in Mülheim-Styrum und den verheerenden Folgen sowohl für den Bahn- als auch für den Straßenverkehr haben die Deutsche Bahn (DB) und Straßen.NRW erste Erleichterung auf den Weg gebracht, die auch Duisburger Pendlern zugutekommen.

Seit Montag hatte die Bahn ihren Ersatzfahrplan spürbar verbessert, was allerdings durch den Streik bei den Verkehrsbetrieben in Duisburg und den Nachbarstädten zu einer Zwangspause am gestrigen Dienstag führte und den Schienenersatzverkehr (SEV) lahm legte.. Eine weitere Nachricht macht Hoffnung: Am Montag, 5. Oktober, soll die Vollsperrung der A 40 aufgehoben werden. Die Autobahn soll dann mit nur wenigen Einschränkungen befahrbar sein. Bis dahin sind allerdings noch weitere Arbeiten notwendig.

Während die äußerste der fünf Eisenbahnbrücken in Fahrtrichtung Essen seit Wochenbeginn für den Bahnverkehr wieder freigegeben sind, machen nach wie vor die beiden Brücken neben der abgerissenen Brücke große Sorgen. Hier untersuchen Spezialisten, wie stark die enorme Hitze des Brandes die Bausubstanz und den Stahl beschädigt haben. Die DB erwartet, dass der Eisenbahnverkehr auf dieser auch für Duisburger wichtigen Pendlerstrecke über Monate eingeschränkt bleibt.

"Wir arbeiten
mit Hochdruck"

Bereits seit mehreren Tagen laufen die Abrissarbeiten an der einsturzgefährdeten mittleren Brücke mit vier großen Abbruchbaggern. Noch müssen weitere tonnenschweren Brückenteile zerkleinert und abtransportiert werden. „Wir arbeiten wirklich mit Hochdruck“, so Hendrik Penner, Leiter Produktion bei der Bahn, zum Wochen-Anzeiger. Zunächst musste das Baufeld freigeräumt, aber auch Oberleitungen deinstalliert werden. Es gehe schließlich um mehr als 1.350 Tonnen an Bauschutt, die beiseite geräumt werden mussten. „Allein für den Abtransport sind rund 100 Sattelzugfahrten notwendig“, so Penner weiter. Erst danach konnte Straßen.NRW mit der Reparatur der beschädigten Autobahn loslegen.

Deren für die Region zuständige „Bauchef“ Peter Belusa veranschlagte dafür gut drei Tage, um die über 3.000 Quadratmeter Asphalt auf der A 40 zu erneuern. In dem Bereich gibt es zudem weitere Brücken, und dort können Sattelschlepper nicht kippen. Man müsse auf kleinere Fahrzeuge zurückgreifen, was letztlich eine Zeitverzögerung bedeute. Belusa meint, dass man zwei Spuren pro Fahrtrichtung erhalten könne, die nicht wesentlich enger werden. Tempo 80 in der Baustelle dürfte seiner Meinung nach möglich sein.

Zweistelliger
Millionenbetrag

Die Deutsche Bahn hat bereits mit den Planungen zum Bau von Hilfsbrücken begonnen. Im rheinland-pfälzischen Konz hält die DB in einem Stützpunkt sogenannte SE-Brücken mit einer Stützweite bis zu 30 Metern Länge vor. Sie können als Straßen- oder Eisenbahnbrücken eingesetzt werden. Um die vierspurige A 40 zu überspannen, sind insgesamt vier Hilfsbrücken nötig. Die Bahn rechnet damit, dass Planung und Bau mehrere Monate in Anspruch nehmen wird. Allein die Kosten für Abriss, den Bau von Hilfsbrücken und den Neubau der Brücke liegen schon jetzt in einem zweistelligen Millionenbetrag.

Mit Druck treibt die DB auch die Untersuchung der benachbarten, sogenannten Brücken zwei und vier voran. Zahlreiche Materialproben sollen Aufschluss darüber geben, ob die starke Hitze eine Veränderung der Materialeigenschaften bewirkt hat. Die Untersuchungsergebnisse erwartet die DB in vier bis sechs Wochen. Schon jetzt steht aber fest, dass Schäden an den Bauwerken entstanden sind.

Auf der äußeren, und somit am weitesten vom Brandherd entfernten Brücke, fahren seit Wochenbeginn wieder Züge. Die beiden Gleise, je ein Gleis für die S-Bahn und eines für den Regional- und Fernverkehr, können ausschließlich von Duisburg in Fahrtrichtung Essen befahren werden.

Service-Mitarbeiter
informieren vor Ort

Über die Fahrpläne informieren die auf der Strecke fahrenden Eisenbahnverkehrsunternehmen Abellio Rail NRW GmbH, DB Fernverkehr, DB Regio NRW und National Express über ihre jeweiligen Kundenkanäle. Weiterhin stehen Servicemitarbeiter an den bekannten wichtigen Knoten- und Umsteigepunkten, so am Hauptbahnhof Duisburg, den Reisenden mit Rat und Tat zur Seite. Informationen zu den aktuellen Fahrplänen findet man auch unter www.bahn.de/aktuell. Hier gibt es auch ein Fahrplanheft mit den aktuellen Fahrplandaten.

Im Nahverkehr fahren der RE 1 und RE 42 jetzt wieder wieder ohne Umleitung zwischen Duisburg und Dortmund. Auch werden die Städte Mülheim, Essen und Bochum im Nahverkehr angebunden.

Autor:

Reiner Terhorst aus Duisburg

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