Abbruch und Aufbruch in Essen: Kommissar und Kohle am See - wer hat weitere Aufnahmen von anderen Plätzen in seinem Archiv?
Wenn eine Stadt ihr Gesicht wandelt

Vom Gerüst links im Bild stürzte im Tatort "Ein Schuß zuviel" Tomi Selzer in den Tod. Foto: Mario del Vecchio
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  • Vom Gerüst links im Bild stürzte im Tatort "Ein Schuß zuviel" Tomi Selzer in den Tod. Foto: Mario del Vecchio
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Nächster Teil unserer Serie "Abbruch und Aufbruch in Essen", die jetzt in Ihrem Stadtspiegel sowie im Netz auf lokalkompass.de zu finden ist. Wir sind auf der Suche nach Bildern, die die Veränderungen in dieser Stadt festgehalten haben. Unsere Leser Mario del Vecchio hat auf den Auslöser gedrückt, als 1985 die Zeche Carl Funke fiel. Sechs Jahre zuvor war sie spektakulärer Schauplatz der 100. Tatort-Folge.

Dies wiederum ist fast auf den Tag genau 31 Jahre her. An einem Montag, Pfingstmontag den 4. Juni 1979, zeigte das ARD-Fernsehen den Film "Ein Schuß zuviel". Es war der 17. Einsatz des Essener Kommissars Heinz Haferkamp (Hansjörg Felmy), ein atmosphärisch sehr dichter Film mit einem dramatischen Finale.

Auf der Zeche Carl Funke hat sich der entflohene Häftling Tomi Selzer (Thomas Ahrens) versteckt, bevor er dort nach einem Tipp von Haferkamp aufgespürt wird. Selzer flieht vor den Beamten durch verschiedene Gebäude, über Brücken bis hinauf auf ein Gerüst. Hier stürzt er schließlich in den Tod. Gedreht wurde der Streifen im November und Dezember 1978, er ist auch ein Fall für Genesis-Liebhaber.

Mehrfach werden längere Instrumentalteile aus dem Song "Firth of Fifth" der Handlung unterlegt. Tatort-Freaks wissen außerdem um eine weitere musikalische Besonderheit. Erstmals wurde hier die 1978 eingespielte neue Version der berühmten Tatort-Titelmelodie von Klaus Doldinger verwendet.
Die Seezechen Carl Funke und Pörtingsiepen hatten es den Tatort-Machern ohnehin angetan. Auch in den Folgen "Fortuna III", "Spätlese" und "Drei Schlingen" sind sie als Kulisse zu sehen.

Zum Bergwerk: Wie bei den anderen Zechen im Ruhrtal gehen auch die Anfänge der Zeche Carl Funke auf ältere Stollenbetriebe zurück. So wurde 1773 die Kohlenkonzession der Zeche Hundsnocken verliehen. Diese Stollenzeche hatte ihre Nutzungsrechte in Heisingen auf dem späteren Zechengelände nördlich des heutigen Baldeneysees.

Durch verschiedene Zusammenschlüsse entstand die Essener Steinkohlenbergwerke AG, deren Vorstandsvorsitzender Carl Funke wurde. Die Zeche Heisinger Tiefbau wurde 1906 in Zeche Carl Funke umbenannt. 1967 erfolgte der Verbund der Zeche Carl Funke mit der Zeche Vereinigte Pörtingssiepen auf der anderen Seite des Sees zum Verbundbergwerk Pörtingssiepen/Carl Funke. Dieses Verbundbergwerk ging in die Ruhrkohle AG ein und wurde 1973 stillgelegt.

Ab 1985 wurden fast alle Tagesanlagen abgebrochen. Als Industriedenkmal erhalten blieben nur das Fördergerüst über dem Schacht Carl Funke I, das Fördermaschinenhaus der Zeche Hundsnocken und das Torhaus der Zeche.

Mario del Vecchio fotografierte als Jugendlicher in den Jahren 1985 und 1986 viele Abbrüche in Essen, so auch die Krupp Konsumanstalt (dies war im Stadtspiegel und auf lokalkompass.de bereits zu sehen), Wertheim und das Röntgenwerk Koch & Sterzel.

Stadtgeschichte teilen - machen Sie mit!

Haben auch Sie, liebe lokalkompass-Nutzer, Fotos oder digitalisierte Filme vom Abbruch in Essen im Archiv?

Gibt es Fotos von der Beseitigung der Warenhäuser DeFaKa (am Standort des heutigen Kaufhofs), C&A oder Boecker?

Die Abbrucharbeiten der Zeche Pörtingsiepen mit ihrem besonders markanten Förderturm sind natürlich von Interesse, ebenso andere Zechen. Wie sieht es mit Wohnsiedlungen (die Häuser rund um die verschwundene Straße "Im Pässken" in Frohnhausen am Riehlpark etwa), der Stern-Brauerei oder dem Ruhrkohle-Haus?

Wir freuen uns auf Ihre Dokumente zum Abbruch in Essen und möchten diese gern den Lesern hier im Stadtspiegel und auf lokalkompass.de präsentieren! Wir freuen uns über Ihre Beiträge zum "Abbruch in Essen" hier auf lokalkompass.de. Bitte geben Sie als Schlagwort (Tag) unbedingt Abbruch in Essen an.

Autor:

Marc Keiterling aus Essen

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