Emmerich - Kleve - Goch - Niederrhein: Nordmanntanne, Blaufichte oder künstlicher Weihnachtsbaum?

Für uns ist es selbstverständlich, heute wurde der Adventskranz beim Gärtner des Vertrauens gekauft und am Heiligen Abend steht Weihnachtsbaum und der wird wie es ,,sich gehört'' feierlich geschmückt. Er sorgt für gemütliche Stimmung, festliches Licht und dient als Platz zum Ablegen der Weihnachtsgeschenke. Doch woher stammt diese Tradition und was bedeutet sie genau?
Diese Gedanken gehen mir seit einigen Tagen durch den Kopf. Um die Geschichte des Weihnachtsbaumes ranken sich viele Mythen. Der genaue Ursprung der Tradition lässt sich nicht eindeutig feststellen. In vielen Kulturen hatten immergrüne Pflanzen wie Tannen und Misteln eine besondere Bedeutung. Zum Jahreswechsel wurden sie aufgestellt, um Naturgewalten und böse Geister fernzuhalten.
Eine andere Bedeutung liegt in dem einstigen Glauben, dass der mit brennenden Kerzen geschmückte Weihnachtsbaum den Toten galt. Die Lichter sollten den Verstorbenen den Weg zurück zur Familie weisen, die an diesem Abend zu Besuch kommen.
Für die Kirche hingegen standen die brennenden Kerzen für die Ankunft Christi. Daher wird der Baum auch heute noch mit der Geburt Jesu in Verbindung gebracht. 
Als frühestes Zeugnis des Weihnachtsbaums gilt ein Kupferstich aus dem Jahr 1509. Der Künstler Lucas Cranach zeigt in seinem Werk einen mit Lichtern und Sternen geschmückten Tannenbaum, so ,,Radio Bremen". In den folgenden Jahren verbreitete sich die Tradition in den Zünften und Vereinen, wo man immergrüne Bäume aufstellte.
Im 17. Jahrhundert begannen die Menschen, geschmückte Weihnachtsbäume im Wohnraum aufzustellen. Das belegt eine Aufzeichnung aus dem Elsass aus dem Jahr 1605. Die Weihnachtsbäume galten als Hoffnungsträger für neues Leben und wurden damals mit Nüssen, Äpfeln und Süßigkeiten geschmückt.
Der Weihnachtsbaum fungierte für viele christliche und jüdische Familien als Ersatz für religiöse Inhalte. Daher wehrte sich die katholische Kirche lange gegen diesen "heidnischen" Brauch. Erst im Jahre 1982 wurde auf dem Petersplatz in Rom der erste Weihnachtsbaum aufgestellt.
Nach wie vor ist der Weihnachtsbaum ein fester Bestandteil an Heiligabend. Im Jahre 2016 wurden in Deutschland fast 34 Millionen Bäume verkauft. Angesichts dieser Zahl wird deutlich, dass das Schlagen eines Weihnachtsbaums im Wald nur noch eine romantische Vorstellung ist.
Heutzutage wachsen Tannen und Fichten auf Plantagen. Das Saatgut für die beliebte Nordmanntanne stammt aus dem Kaukasus. In speziellen Baumschulen werden die Pflanzen dann in Deutschland gezogen. Erst nach zehnjähriger intensiver Pflege sind die Weihnachtsbäume bereit für den Verkauf.

Autor:

Christian Tiemeßen aus Emmerich am Rhein

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