Am Samstag werden schon Patienten und Senioren verlegt: Sonntag müssen 14.000 ihre Häuser verlassen
Dortmund evakuiert das Klinikviertel

Ab 8 Uhr am Sonntagmorgen kommt niemand mehr in Klinikviertel, das Gebiet vom Rathaus bis zum Neuen Graben, vom Hauptbahnhof bis zum Südwall wird evakuiert, damit fünf Expertentrupps verdächtige Blindgängerfundstellen entschärfen können.
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  • Ab 8 Uhr am Sonntagmorgen kommt niemand mehr in Klinikviertel, das Gebiet vom Rathaus bis zum Neuen Graben, vom Hauptbahnhof bis zum Südwall wird evakuiert, damit fünf Expertentrupps verdächtige Blindgängerfundstellen entschärfen können.
  • Foto: Schmitz/ Archiv
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Wie im Katastrophenfall werden sich Rettungs- und Krankenwagen Samstag an den City-Krankenhäusern aufreihen, um Patienten wegzubringen, während sich fünf Kampfmittelbeseitigungsteams an mögliche Bomben heran graben. Feuerwehrleute, Retter und Hilfskräfte aus ganz NRW werden am Sonntag, 12. Januar,  in Dortmund bei der Evakuierung von rund 14.000 Menschen in der City helfen. 1.500 Mitarbeiter der Stadtverwaltung und viele Einsatzkräfte der Polizei wollen dafür sorgen, dass mittlerweile vier Bombenverdachtspunkte im Klinikviertel entschärft werden können.

Rund 400 Blaulichtmitarbeiter vom THW über die Feuerwehr bis zum Rettungsdienst sind schon am Samstag in der Dortmunder City im Einsatz, am Sonntag, wenn das Klinikviertel ab 8 Uhr evakuiert wird, kommen noch einmal 300 hinzu. Denn die Kinderklinik, das Johannes-Hospital und das Klinikum müssen geräumt werden. Nur wenige schwerstkranke und fühgeborene Intensivpatienten dürfen bleiben. "120 Patienten werden aus dem Johannes Hospital Samstag in andere Krankenhäuser verlegt", informiert Dr. Michael Sydow vom Johannes-Hospspital. Er ist einer von rund 20 Behördenvertretern, die heute im Rathaus über die Planung der großen Evakuierung am Sonntag, 12. Januar, berichten.

Operationen wurden verschoben

Normalerweise hält sein Hospital 580 Betten vor, viele wurden im neuen Jahr erst gar nicht belegt, Operationen verschoben. Nur 16 Intensiv-Patienten, die aus gesundheitlichen Gründen nicht verlegt werden können, werden in einen sicheren Bereich des Klinikums während der Entschärfung der möglichen Kriegsrelikte gebracht. Mittlerweile sind es fünf Verdachtspunkte für Blindgänger an der Lusienstraße, am Hohen Wall/ Lange Straße, Friedrich-/ Hüttemannstraße und zwei im Garten des Johannes Hospitals, die von fünf Teams am Sonntag beseitigt werden sollen.
"Aus Luftbildern geht hervor, wo Kampfmittel abgeworfen wurden und welche gezündet haben", erklärt Stadtrat Arnulf Rybicki, "nach 37 Bohrungen an Verdachtspunkten wurden magnetische Sondierungen durchgeführt." Die Untersuchungen zur Kampfmittelbeseitigung wurden durch  erfahrene Kampfmittelbeseitiger der Bezirksregierung Arnsberg durchgeführt.

Heizkörper oder Bombe

"Am Sonntag räumen und sichern wir vormittags das Gebiet und wenn die fünf Kampfmittelräumteams nacheinander die letzte Erdschicht beseitigen, erst dann wissen wir, ob es ein Heizkörper oder eine Bombe am Fundort ist", erklärt Rybicki. Alle Arbeiten wurden durch aktuelle und zukünftige Bauprojekte verursacht. Bei Untersuchungen wurden sogenannte "Anomalien" festgestellt, die auf mögliche Bombenblindgänger aus dem Zweiten Weltkrieg hinweisen.

Mehrere Tausend Anwohner sowie die Städtischen Kliniken und das St.-Johannes Hospital Dortmund müssen daher evakuiert werden. Ob es sich tatsächlich um Blindgänger handelt, kann erst durch eine Ausgrabung festgestellt werden. Damit wird der Kampfmittelbeseitigungsdienst Westfalen Lippe bereits am Samstag, 11. Januar, beginnen. Anwohner im Evakuierungsradius werden gebeten, am Sonntag, 12. Januar, bis 8 Uhr ihre Wohnung zu verlassen.

Tipps zur Evakuierung:

 Elektronische Geräte, wie Herd, Kaffeemaschine, Waschmaschine müssen abgestellt werden.  Bitte die Fenster und Haus-/ Wohnungstüren schließen.
Achten Sie auf Ihre Nachbarn und unterstützen Sie eine schnelle und vollständige Evakuierung des betroffenen Bereichs.
Die Stadt bittet um Verständnis, dass bei diesem komplexen Sachverhalt ein Ende für die Evakuierung noch nicht mitgeteilt oder abgeschätzt werden kann. "Das hängt auch davon ab, was wir an den Fundstellen vorfinden", fügt Rybicki hinzu.
Wichtig: Der vierte bei den vorbereitenden Arbeiten für den Erweiterungsbau am Johannes Hospital festgestellte Verdachtspunkt ändert den bereits zuvor genannten Evakuierungsradius nicht. Die zur Aufgrabung des Bombenverdachtspunktes notwendigen Vorbereitungen haben bereits begonnen.
"Für die vielen Patienten, die verlegt werden müssen, ist das eine große Belastung", sagt der Stadtrat, warum ein Gutachter mit einem abgestimmten Maßnahmenpaket in den Städtischen Kliniken sichere tiefliegende Räume, die durch vorgelagerte Gebäude abgeschirmt sind, festgelegt hat, wohin rund 280 Patienten des Klinikums gebracht werden können, hierzu zählen auch Kinder von der Intensivstation.

Kranke Kinder müssen umziehen

45 kranke Kinder müssen am Samstag in andere Krankenhäuser verlegt werden. Für die Zeitdauer der Evakuierung werden die Patienten in das Marien Hospital Hombruch, das St.-Elisabeth-Krankenhaus Kurl, das St.-Josefs-Hospital Hörde oder das St.-Marien-Hospital Lünen verlegt und dort von ärztlichen und pflegerischen Mitarbeitenden des St.-Johannes-Hospitals weiter behandelt. Zurück gebracht werden sie am Montag, 13. Januar. Die Kräfte der Feuerwehr werden durch Hilfsorganisationen, THW sowie externen Hilfskräfte unterstützt, insgesamt sind am Montag rund 400 Kräfte im Einsatz.

Senioren werden nach Herne gebracht 

Ebenfalls evakuiert werden müssen die die 92 Bewohner des Seniorenheims Josefa und die 146 Senioren des Heims Christinenstift, welche in zwei freie Altenheime in Herne evakuiert werden. "Da haben wir Glück gehabt", sagt Sylvia Schadt vom Sozialamt und fügt hinzu, dass auch 12 Bewohner am Sonntag ihre Senioren-WG verlassen müssen. Nur wenige nicht so mobile City-Bewohner haben sich bei der Stadt (Tel: 50 2 88 88) wegen eines Transports gemeldet. Viele, dass wissen die Rathaus-Mitarbeiter kommen bei der Familie oder bei Freunden unter.

Parkplätze und Sperrungen

Da manche Patienten in den Kliniken bleiben, können Straßensperrungen zeitlich reduziert werden. So dass diese am Freitag, 10. Januar, erst ab 16 Uhr mit der Anordnung eines absoluten Halteverbots erfolgen. Die Verkehrsüberwachung des Ordnungsamts wird ab dann für die Patiententransporte Falschparker abschleppen lassen. Die Straßen bleiben bis Montag, 13. Januar, gesperrt, um die Patienten zurückt zu bringen. Anwohner, mit Parkplätzen auf Privatflächen können diese am Freitag, 10. Januar, ab 16 Uhr, am Samstag, 11. Januar, ganztägig und am Sonntag, 12. Januar bis 7:45 Uhr durch Vorzeigen des Personalausweises an den Sperrstellen erreichen. Die Sperrung gilt auch für Lieferdienste. Taxen können den Bereich rund um das St. Johannes-Hospital ab dem 11. Januar nicht mehr erreichen.

Parken am Festplatz

Als alternativen Parkplatz können Anwohner des Evakuierungsbereichs den Festplatz Fredenbaumplatz / Eberstraße in der Zeit vom Freitag, 10. Januar, nachmittags bis Montag, 13. Januar, nutzen. Der Festplatz ist mit dem öffentlichen Personennahverkehr erreichbar.
Wer Patienten aus dem St. Johannes-Hospital abholen will, sollte dies bis Freitag, 10. Januar, um 16 Uhr tun. Angehörige, die entlassene Patienten später im Innenhof abholen möchten, benötigen eine Zugangsberechtigung, die sie vom Krankenhaus bekommen. Von einer Abholung am Samstag wird abgeraten, da die Zugänge des St.-Johannes-Hospitals durch die Rettungsfahrzeuge blockiert sind.
Sollten Angehörige oder Freunde am Sonntag, 12. Januar, Anwohner aus dem Evakuierungsradius abholen wollen, muss dies bis 8 Uhr erfolgen, da Sie sonst in den Bereich nicht mehr einfahren können.

Entschärft wird nacheinander

Die meiste Arbeit erwarten die Kampfmittelexperten am Sonntag im Garten des Johannes-Hospitals, wo mehrere Verdachtspunkte in vier Meter Tiefe und sechs Metern Tiefe liegen. An jeder der fünf Flächen arbeitet ein Team, entschärft wird nacheinander.
Eine Mitteilung über die Freigabe des Evakuierungsgebiets erfolgt nach den erfolgreichen Entschärfungen durch die Medien und die Internetseite der Stadt sowie über die Social Media-Kanäle der Stadt. Erst dann kann der Bereich wieder betreten werden.

Stadt setzt auf Verständnis

"Wir setzen auf Verständnis und gute Kommunikation", geht Ordnungsamtsleiterin Beate Siekmann im Krisenstab, der eingerichtet wurde, davon aus, dass die Bewohner zur Entschärfung der möglichen Bomben ihr Viertel verlassen. Ordnungsbehördliche Bußgelder hat die Stadt für den Fall nicht festgelegt. "Es gibt ja auch Traumatisierte, durch Kriegserfahrungen", kennt sie Reaktionen bei Evakuierungen und sagt: "Wir bitten die Wohnung zu verlassen. Wir müssen räumen und auch Zwang anwenden." Wenn sich jemand weigere, das Haus zu verlassen, könne das Kosten verursachen. "Wir gehen davon aus, dass die Menschen bereit sind, ihre Wohnungen zu verlassen", fügt sie hinzu.

Containerwände sollen schützen

Als Vorsorge- und Wirkungsdämpfungsmaßnahme werden an sechs Stellen um die Kliniken am Samstag, 11. Januar, Containerwände, zur Dämpfung einer unwahrscheinlichen, unkontrollierte Detonation oder Sprengung eines Bombenblindgängers aufgestellt. Diese Standorte befinden sich in der Beurhausstraße, der Alexanderstraße, der Luisenstraße, der Johannnesstraße und der Josephstraße. Die Container werden am Montag, 13. Januar, wieder abgebaut.

Polizei lässt Drohnen steigen

"Wir werden schon am Samstag verstärkt Streife fahren", kündigt Edzard Freyhoff von der Polizei an. Er weiß, dass sich viele Anwohner fürs Wochenende ausquartieren. Am Sonntag, 12. Januar, wird die Polizei mit zahlreichen Kräften präsent vor Ort sein, um das Eigentum der Dortmunder in dem zu evakuierenden Gebiet zu schützen. Die Polizei wird den Einsatzraum außerdem an diesem Tag zusätzlich erstmals mit Kameras sowie fünf Drohnen überwachen. Verdächtige Personen werden observiert und notfalls durch Einsatzkräfte kontrolliert. Soweit möglich wird auch ein Polizeihubschrauber im Einsatz sein. "Wir haben Erfahrungen von 2014", sagt Freyhoff, drei Drohnen werden permanent in der Luft sein, ihre Aufnahmen werden von Beamten an Bildschirmen live verfolgt.

Züge werden ab mittags umgeleitet

Da auch der Hauptbahnhof im Räumungsgebiet liegt, kann er am Sonntag, 12. Januar, ab 8 Uhr nicht mehr durch den Haupteingang am Bahnhofsvorplatz betreten werden. Auch die im Bahnhofsgebäude liegenden Geschäfte können nur über den Nordausgang erreicht werden. Ab dem Zeitpunkt der Entschärfung wird der Bahnhof dann komplett gesperrt.
Auch der Fahrplan der Deutschen Bahn wird eingeschränkt: Betroffen sind alle Nah- und Fernverkehrslinien, die in die Bereiche des Hauptbahnhofs und der Station Möllerbrücke ein- oder ausfahren. Geplant ist voraussichtlich ab 12 Uhr folgendes Konzept: Die Nahverkehrs-Linien werden in Bochum Hauptbahnhof, Hamm Hauptbahnhof, Dortmund-Hörde, Schwerte und Körne West wenden und nicht weiter Richtung Dortmund fahren. Die Züge des Fernverkehrs werden großräumig an Dortmund Hauptbahnhof vorbei geleitet. Die Stationen Dortmund Hauptbahnhof und Dortmund-Möllerbrücke werden nicht angefahren und entfallen. Davon betroffen sind Züge aller Eisenbahnverkehrsunternehmen.

Parkhäuser werden geschlossen

Alle im Evakuierungsradius liegenden Parkhäuser wie das am Hauptbahnhof, Stadttheater, Hansaplatz, am U, Klinikum und Johannes-Hospital sind am Sonntag geschlossen. Das Parkhaus Friedensplatz am Südwall öffnet am 12. Januar von 6 Uhr bis 1 Uhr.

Seelsorger helfen

Da die Evakuierung für die Beteiligten möglicherweise auch psychische Belastungen oder Beratungsbedarf mit sich bringen kann, ist auch die Psychosoziale Notfallversorgung eingebunden.
Neben der Psychosozialen Notfallversorgung, die am 12. Januar personell durch zusätzliche mobile Notfallseelsorger aufgestockt sein wird, stehen im Zentrum für Seelsorge und Beratung des Ev. Kirchenkreises in der Klosterstr. 16 Mitarbeitende der Notfallseelsorge von 8 Uhr bis 20 Uhr für Gespräche zur Verfügung. Ebenso werden in der Betreuungsstelle in der Gesamtschule Scharnhorst Notfallseelsorger vor Ort sein.
In die Evakuierungsstelle in der Gesamtschule Scharnhorst dürfen nur Kleintiere mitgebracht werden, keine Reptilien oder Spinnen. Im Vorfeld der Evakuierung stehen zudem die Krankenhausseelsorge, erreichbar über die Pforten der von der Evakuierung betroffenen Häuser, zur Verfügung und für der Pfarrer für Notfallseelsorge des Ev. Kirchenkreises unter Tel. 84 94-4 97.

Bäckerein, Kirchen und Museen schließen

Die im zu evakuierenden Gebiet liegenden Restaurants, Imbisse, Kioske und Bäckereien sind am Sonntag, 12. Januar, ab 8 Uhr bis die möglichen Bomben entschärft sind, geschlossen, wie auch die Kirchen. Am Sonntag, 12. Januar bleiben das U, das Museum für Kunst und Kulturgeschichte und das Kindermuseum Adlerturm geschlossen.

Ersatz-Busse verbinden Stadtbahnen

Am Sonntag gilt ab 8 Uhr für die Stadtbahnlinien: Es wird an den Haltestellen im Evakuierungsbereich Stadtgarten, Kampstraße, Städtische Kliniken, DO-Möllerbrücke und Westentor nur der Einstieg in die Bahnen, aber kein Ausstieg möglich sein. Und die Haltestelle DO-Hbf ist nur über den Nordausgang erreichbar. Ab dem Zeitpunkt der Entschärfung wird die Deutsche Bahn den Hauptbahnhof komplett schließen. DSW21 setzt an den fünf Haltestellen Servicepersonal ein, welches informiert.
Die Bewohner des Klinikviertels werden von fünf provisorischen Haltestellen mit Pendelbussen zur Stadtbahn-Haltestelle Reinoldikirche gebracht. Von dort fahren Stadtbahnen der Linie U42 etwa im 10-Minuten-Takt zu Haltestelle Scharnhorst Zentrum, die nah zur Betreuungsstelle in der Gesamtschule liegt. Für nicht so mobile Dortmunder steht dort ein Bus bereit.

Unterbrochene Linien

Mit Beginn der Entschärfung kommt es dann zu massiven Einschränkungen im Stadtbahn-Verkehr:
 Die Stadtbahn-Linie U41 fährt nur noch zwischen Hörde und „Märkische Straße“ sowie zwischen Brambauer und „DO-Hbf“.
 Die U42 fährt nur noch zwischen Hombruch und Theodor-Fliedner-Heim sowie zwischen Grevel und der Haltestelle Brügmannplatz.
 Die U43 fährt nur zwischen Wickede und Ostentor.
 Die U44 fährt lediglich zwischen Marten und der Haltestelle Wittener Straße.
 Die U47 fährt nur zwischen Aplerbeck und der Haltestelle Märkische Straße sowie zwischen Westerfilde und der Haltestelle Hafen.
 Auf den Linien U45, U46 und U49 wird der Betrieb komplett eingestellt.

Schienenersatzverkehr von Nord nach Süd

Um weiterhin eine solide Nord-Süd-Verbindung aufrechtzuerhalten, richtet DSW21 ab 14 Uhr zwischen den Haltestellen Hafen und Märkische Straße einen Schienenersatzverkehr im 10-Minuten-Takt ein. Die Gelenkbusse fahren dazwischen die Haltestellen Schützenstraße (Nachtexpress-Haltestelle), Kirchenstraße (Nachtexpress-Haltestelle), DO-Hbf Nord, Brügmannplatz (Nachtexpress-Haltestelle), Ostentor (Ersatzhaltestelle) und Heiliger Weg (Nachtexpress-Haltestelle) an. Somit bietet der Schienenersatzverkehr einen Anschluss zu den Stadtbahnlinien U41, U42, U43 und U47, die weiterhin im regulären sonntäglichen 15-Minuten-Takt fahren.
Fahrgästen der Stadtbahnlinie U44 empfiehlt DSW21, ab der Haltestelle Wittener Straße den Umstieg in die Buslinien 447 und 465 bis Huckarde Bushof, um von dort mit der U47 weiterzufahren.
Fahrgästen im südlichen Streckenabschnitt der U42 wird nahegelegt, ab Theodor-Fliedner-Heim zu Fuß zur Kreuzstraße zu den Buslinien 452 und r 453 zu gehen. Eine Alternative ist der Umstieg an der Haltestelle Barop Parkhaus in die Buslinie 440 nach Hörde. Dort besteht Anschluss an die U41.
Einschränkungen auf vier Buslinien
Bei den Bussen gelten die Einschränkungen bereits ab Betriebsbeginn und betreffen die Linien 452, 453, 460 sowie den Airport-Express. Letztgenannter hält wie auch die Linie 460 hinter dem Hauptbahnhof. Die Buslinien 452 und 453 müssen den Evakuierungsbereich umfahren. Diese Einschränkungen im Bus- wie im Stadtbahnbereich gelten voraussichtlich bis Betriebsende. Informationen über die Einschränkungen am 12. Januar sind auf www.bus-und-bahn.de (mobil: bub.mobi) sowie in der Elektronischen Fahrplanauskunft (EFA) und in der DSW21- und VRR-App hinterlegt.

Besonderer Notfalldienst

Von der Evakuierung betroffen sind auch die allgemeine und die kinderärztliche Notfalldienstpraxis am Klinikum Dortmund. Nicht einfach sei es gewesen, Dortmunder Kinderartzpraxen zu finden, die den Notdienst am Wochenende übernehmen.  Ersatzweise werden am 11. und 12. Januar folgende Praxen einspringen:
Allgemeinmedizinische Praxen Samstag, 11. Januar:
- Gemeinschaftspraxis Dres. Med. Rodewyk und Thau: Alte Benninghofer Straße 10, 8 bis 22 Uhr
- Gemeinschaftspraxis Dr. Lamers & Kohlschein, Tackenstraße 7, 9 bis 12 Uhr und 15 bis 18 Uhr
Sonntag, 12. Januar:
- Gemeinschaftspraxis Dres. med. Kostka und Kollegen, ldinghoferstraße 16, 8 bis 22 Uhr
Kinderärzte
Samstag, 11. Januar:
- Gemeinschaftspraxis Dres. med. Christodoulou und Luig, Allee 7a, 59439 Holzwickede, 9 bis 20 Uhr
- Gemeinschaftspraxis Dr. med. Hoffmann und Dr. med. Schweizer-Hoffmann, Krimstraße 2, 9 bis 20 Uhr
Sonntag, 12. Januar:
- Gemeinschaftspraxis (Kinderarzt) Dres. med. Südfeld und Springer, Aplerbecker Marktplatz 20, 9 bis 20 Uhr
- Kinderarzt-Praxis Dr. med. Shadi Isa, Uhlandstraße 57, 9 bis 20 Uhr

Alternativ können Patienten bei dringenden medizinischen Beschwerden auch eine der folgenden KVWL-Notfalldienstpraxen aufsuchen:
Allgemeine Notfalldienstpraxen
- Marienkrankenhaus Schwerte, Goethestraße 19, 8 bis 22 Uhr
- St.-Marien-Hospital Lünen, Altstadtstraße 23, 9 bis 22 Uhr
- Katharinen Hospital Unna, Obere Husemannstraße 2, 9 bis 21 Uhr
- St. Rochus-Hospital Castrop-Rauxel, Glückaufstraße 10, 9:30 bis 12:30 Uhr und 14:30 bis 19:30 Uhr
- Marien-Hospital Witten, Marienplatz 2, 8 bis 22 Uhr

Kinderärztliche Notfalldienstpraxen:  Kinderklinik Bochum, Alexandrinenstaße 5, 9 bis 21 Uhr
 Kinderklinik Datteln, Dr. Friedrich-Steiner-Straße 5, 9 bis 22 Uhr
 Kinderklinik Witten, Marienplatz 2, 9 bis 19 Uhr
Kinderklinik EVK Hamm, Werler Straße 110, 9 bis 20:30 Uhr
Außerhalb dieser Zeiten übernehmen die Notfallambulanzen der Krankenhäuser die Notfallversorgung der Patienten.
Der augenärztliche und der HNO-Notfalldienst im Dortmunder Stadtgebiet finden am 11. Und 12. Januar wie gewohnt statt. Informationen über den jeweils diensthabenden Arzt erhalten Patienten unter der zentralen Telefonnummer 116117.
Näheres zu den KVWL-Notfalldienstpraxen unter: KVWL Notfalldienst
Über die Möglichkeiten eines Hausbesuchs informiert ebenfalls der Patientenservice unter der zentralen Telefonnummer 116117.
Wichtig: Menschen, die sich in einer lebensbedrohlichen Notfallsituation befinden, wenden sich bitte umgehend an die Rettungsleitstelle unter der Telefonnummer 112.

Schule wird zur Betreuungsstelle

Für Anwohner, die Sonntag nicht bei Verwandten oder Freunden unterkommen können, wird eine Betreuungsstelle in der Gesamtschule Scharnhorst, Mackenrothweg 15, eingerichtet. Für den Transport vom zu evakuierenden Gebiet in die Betreuungsstelle stehen Busse der DSW21 bereit, die sie zur Stadtbahn an der Reinoldikirche bringt. Dort geht es dann mit der Bahn weiter.
Sobald die möglichen Bombenblindgänger entschärft sind und die Absperrungen aufgehoben werden, wird ein Rücktransport stattfinden. Ein Ende der Entschärfung kann noch nicht benannt werden. Es wird darum gebeten, nicht mit dem Auto zur Gesamtschule zu fahren, da die Zufahrt für Einsatzfahrzeuge freigehalten werden muss und es nur wenige Parkplätze gibt.

Fenster schließen/ Wasserdruck sinkt

Vor dem Verlassen der Wohnung sollten Anwohner sich vergewissern, dass alle elektrischen Geräte ausgeschaltet, alle Wasserhähne abgedreht und sämtliche Fenster sowie die Wohnungstür geschlossen sind. Auch Haustiere müssen ausreichend versorgt sein. Nicht wundern sollten sich Citybewohner über wenig Wasserdruck: "Wir haben Kontakt zu allen Versorgern aufgenommen, bei Gas und Wasser werden für die Durchflüsse reduziert.
Reparaturtrupps werden von den Unternehmen in Bereitschaft gehalten.

Freier Eintritt für Evakuierte

Von der Evakuierung betroffene können bei freiem Eintritt im Zoo (von 9 bis 16.30 Uhr), im Südbad (von 8 bis 12 Uhr), im Westfalenpark (von 10 bis 17 Uhr) oder in den Pflanzenschauhäusern im Botanischen Garten des Rombergparks (100 bis 16.30 Uhr) Zeit verbringen. Der freie Eintritt erfolgt gegen Vorlage des Personalausweises.

Kosten nicht abschätzbar

Was die komplette Entschärfung und Evakuierung koste, sei noch nicht abzuschätzen, informiert Stadtrat Rybicki, es gebe neben der Stadt zwei Grundstückseigentümer, welche die Lasten zu tragen hätten. Das Land trage die Kosten für die Untersuchung und die Entschärfung. "Aber wir haben keine Alternative", stellt der Stadtrat zur Evakuierung klar, und bei allen Vorbereitungen, Bereitschaft bis zur Verlegung von Patienten und zum Zurückbringen der Senioren in ihre Heime, seien die Gesamtkosten noch gar nicht abzuschätzen.

Stadt informiert

Die eigens eingerichtete Informationsstelle der DOline ist ab Samstag, 11. Januar, um 6 Uhr bis zum Ende der Maßnahme unter Tel: 50 13 247 – zeitgleich mit dem Bürgertelefon der Polizei unter Tel:132 55 55 – geschaltet.
Im Internet sind alle Informationen unter  Entschärfung einzusehen. Die Informationen werden auf der Seite kontinuierlich aktualisiert.
Die Stadt Dortmund informiert ab sofort bei Twitter unter dem Hashtag #dobombe und auf Facebook unter Facebook fortlaufend über die aktuellen Entwicklungen.
Betroffen von der Entschärfungsaktion sind nicht nur die Dortmunder, die eine Wohnung im Viertel haben, sondern auch viele, die gar kein Dach über dem Kopf haben: Da das Gast-Haus an der Rheinischen Straße am Sonntag geschlossen bleiben muss, springt der Brückentreff an der Kesselstraße 50 ein und serviert kostenlos Wohnungslosen ein Frühstück.

Autor:

Antje Geiß aus Dortmund-City

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