Der Abschiedstag wurde für den scheidenden Obermeidericher Rektor zum Überraschungstag
Martin Fey hat große Spuren hinterlassen

Mit dem Bollerwagen ging es für den überraschten und gerührten Martin Fey in den Meidericher Stadtpark. An verschiedenen Stationen warteten Schüler, Kindergartenkinder und Weggefährten auf ihn. Schnell füllte sich der Bollerwagen mit Dankeschön- und Abschiedsgeschenken.
Fotos: Evangelischer Kirchenkreis
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  • Mit dem Bollerwagen ging es für den überraschten und gerührten Martin Fey in den Meidericher Stadtpark. An verschiedenen Stationen warteten Schüler, Kindergartenkinder und Weggefährten auf ihn. Schnell füllte sich der Bollerwagen mit Dankeschön- und Abschiedsgeschenken.
    Fotos: Evangelischer Kirchenkreis
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„Abschied ist ein scharfes Schwert“, heißt es in einem bekannten Lied, ein anderer Titel lautet „Niemals geht man so ganz.“ Beides trifft auf Martin Fey, den jetzt in den Ruhestand getretenen langjährigen Rektor der Gemeinschaftsgrundschule an der Zoppenbrückstraße in Obermeiderich gleichermaßen zu. Er hat nicht nur an „seiner“ Schule nachhaltige Spuren hinterlassen.

Von 1985 bis 1989 war er dort als Lehrer tätig, ehe er im Februar 1999 als Schulleiter zurückkam. Und seitdem hat er dafür gesorgt, dass an der Schule und im gesamten Stadtteil eine Willkommenskultur im besten Miteinander und Füreinander gehegt und gepflegt wird.

Vielfältig engagiert

„Wir erinnern uns immer gerne daran, mit welchem Engagement, Hingabe und mitnehmender Energie er 2005 das gemeinsame Zirkus-Projekt der Schule und unseres evangelischen Familienzentrums auf den Weg gebracht und seitdem immer begleitet hat“, erinnert sich Beate Faller-Mrosk, die Leiterin der Einrichtung der Evangelischen Kirchengemeinde Obermeiderich. „Er hat unsere Kinder aber auch sonst immer unterstützt und in ihrer Entwicklung gefördert. Etliche von ihnen sind nach der Kindergartenzeit ja bei ihm in die Schule gegangen“, ergänzt sie.

So war es für sie und ihr Team mehr als selbstverständlich, mitzuhelfen, dem scheidenden Schulleiter einen würdigen Weg in den Ruhestand zu bereiten. Es gab im Vorfeld einige vertrauliche Gespräche zwischen ihr und Doris Kamphausen, die im evangelischen Kirchenkreis Duisburg vielfältig engagiert ist, aber auch lange Jahre als Lehrerin an der „Zoppenbrück-Schule“ arbeitete. Schließlich ging es ja darum, auch in Corona-Zeiten dankbar aufzuzeigen, dass man den Abschied eines „menschlichen Motors im Stadtteil“ bedauert, ihm aber gleichzeitig alles Gute für seinen neuen Lebensabschnitt wünscht.

Frenetisch begrüßt

So wurde der Abschiedstag für Martin Fey zu einem Überraschungstag. Schon morgens gab es in der Schule für ihn und seine Familie selbstgebackenen Birnenkuchen, denn der Rektor i.R. liebt und isst Birnen für sein Leben gerne. Das Lehrerkollegium gab ihm im Schulgarten ein Ständchen, und die Elternpflegschaft schenkte ihm einen Bollerwagen, mit dem er und seine Frau auf die Reise in den Meidericher Stadtpark geschickt wurden. Von alledem wusste der im Stadtteil bestens vernetzte Lehrer aus und mit Leidenschaft natürlich nichts.

Eine weitere, allerdings ungeplante Überraschung gab es, als das Ehepaar Fey sich auf den Weg zum Stadtpark machen wollte. Plötzlich brach ein großer Ast von einem Baum im Schulgarten und versperrte den Weg. Schließlich musste sogar die Feuerwehr anrücken, um den gesamten Baum zu entfernen. „Das war wohl ein Zeichen, dass Martin Fey nicht gehen, sondern an der Schule bleiben sollte“, meint Doris Kamphausen. Fey jedenfalls musste seine Abschiedstour per Pedes und Bollerwagen durch einen anderen Ausgang des Schulgeländes antreten. Auf dem gesamten Weg wurde er von winkenden und singenden Kindern und Eltern nahezu frenetisch begrüßt. Geschenke gab es reichlich, so dass sich der Bollerwagen schnell mit Dankeschön-Präsenten, aber auch mit Konfetti, Fähnchen und unzähligen Birnen füllte.

Selten so sprachlos

Nachdem es im Stadtpark noch einen kleinen Open-Air-Empfang bei Abstand mit Anstand gab, ging es für den sichtlich gerührten scheidenden Schulleiter dann noch einmal zu zurück zu seiner Wirkungsstätte. Dort überreichte die Schulgemeinschaft ihm einen Birnbaum, aber auch ein Erinnerungsbuch mit Stationen seines vielfältigen Wirkens. Verewigt hat sich darin alles, was in Obermeiderich und darüber hinaus Rang und Namen hat.

Doris Kamphausen und Beate Faller-Mrosk abschließend: „Wir sind richtig glücklich, dass es vielen Weggefährten gelungen ist, Martin Fey so zu überraschen und ihm trotz Corona einen schönen Abschied zu bereiten.“ Martin Fey: „Ich war selten so sprachlos wie heute.“ Lachend meinte er: „So ganz werdet Ihr mich aber nicht los, denn ich lasse mich öfter mal an der Schule und im Stadtteil blicken.“ Er denkt dabei an Feste und Veranstaltungen, die hoffentlich in absehbarer Zeit wieder durchgeführt werden können.

Autor:

Reiner Terhorst aus Duisburg

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