OB Kufen appelliert an Contilia-Vorstand, keine Fakten zu schaffen: Stadt prüft Kauf und Entwicklung der Grundstücke in Altenessen und Stoppenberg
"Wenn notwendig bauen wir als Stadt selbst ein medizinisches Zentrum"

Mitarbeiterprotest auf dem Altenessener Markt.
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  • Mitarbeiterprotest auf dem Altenessener Markt.
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"Das Marienhospital muss bleiben" - steht auf dem Transparent am Rande der B224. Lautstark und an breiter Front organisiert sich der Protest gegen die geplanten Krankenhausschließungen im Essener Norden und den damit verbundenen Umbau der Gesundheitsversorgung mit stationärem Schwerpunkt am Borbecker Philippusstift.

von Christa Herlinger

Es gibt jede Menge Gesprächsbedarf. Oberbürgermeister Thomas Kufen hatte sich bereits in der vergangenen Woche mit Vertretern der Altenessenkonferenz, der Politik, Wirtschaft, Stadtgesellschaft und Medizin zu einem ersten Runden Tisch getroffen. Am Montag waren die Contilia Pläne Thema einer gemeinsamen Sitzung des Hauptausschusses sowie des Ausschusses für Soziales, Arbeit, Gesundheit und Integration. Die Geschäftsführung stellte sich den Fragen.

Haus Berge bleibt bestehen

Das Philippusstift als das größte der insgesamt vier betroffenen Contilia-Häuser im Essener Norden soll umgebaut und modernisiert werden, das Haus Berge bleibt bestehen. Hart trifft es das St. Vincenz und das Marienhospital. Die Leistungen der beiden Krankenhäuser sollen zukünftig weitestgehend in Kooperation und im Rahmen einer Netzwerkversorgung mit der Universitätsmedizin Essen sowie den Alfried-Krupp-Krankenhäusern angeboten werden. Ganz aufgegeben werden Urologie, Gynäkologie und internistische Onkologie.

Weitere Gespräche in den nächsten Tagen

Es gebe in dem anstehenden Prozess noch viele Detailfragen zu klären, so Oberbürgermeister Kufen: Er appellierte an die Verantwortlichen, keine Fakten zu schaffen, bevor es Antworten gebe. "Wenn notwendig, bauen wir als Stadt selbst ein medizinisches Zentrum, in dem eine ambulante sowie stationäre Versorgung gewährleistet ist", so Kufen weiter. Die Stadt ist vorbereitet, die Grundstücke in Altenessen und Stoppenberg zu kaufen und zu entwickeln. Hierzu werde es in den nächsten Tagen Gespräche geben.

Emotionen kochen hoch

Bei den Contilia-Mitarbeitern kochen derweil die Emotionen hoch. Auf dem Altenessener Marktplatz protestierten sie gegen die Pläne des Krankenhausträgers: "Schämt euch", "Nach dem Applaus die Entlassungen" oder "Erst Held, dann Arschtritt" war auf den Spruchbändern zu lesen. Auch Kathrin steht mit Transparent und Kollegen auf dem Markt. "Wir fühlen uns belogen und betrogen. Viele von uns haben kein Vertrauen mehr in die Contilia."

Beratungshotline und Orientierungstage

"Die Entscheidung ist alles andere als populär", räumt Unternehmenssprecher Thomas Kalhöfer ein. Die Emotionen seien verständlich. "Die müssen wir aushalten." Kalhöfer versucht die Diskussion zu versachlichen: "Wir haben ein Beratungstelefon eingerichtet, um schnellstmöglich ins Gespräch zu kommen, zu erfahren, ob und wie die Mitarbeiter sich eine Zukunft mit der Contilia vorstellen." Noch in diesem Monat werde es in den betroffenen Häusern sogenannte Orientierungstage geben, die für weitere Klarheit sorgen sollen.

Mitarbeiterprotest auf dem Altenessener Markt.
Wenn der Krankenhausstandort aufgegeben wird, überlegt die Stadt, die Grundstücke der Contilia in Altenessen und Stoppenberg zu kaufen und zu entwickeln. "Zur Not bauen wir als Stadt selbst ein medizinisches Zentrum", so OB Thomas Kufen.
Autor:

Christa Herlinger aus Essen-Borbeck

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