Schlüsselübergabe bei „Wohnkonzepte für Frauen“ in Neuenkamp
Schwierige Lagen brauchen Normalität

Sie halten symbolisch alles in Händen, was nach dem Umzug in die Paul-Rücker-Straße 52 dort „gebündelt“ ist. V.l. Roland Meier, Sabine Störch, Anke Thelen, Martin Winterberg und Ruth Stratmann.
Foto: Reiner Terhorst
  • Sie halten symbolisch alles in Händen, was nach dem Umzug in die Paul-Rücker-Straße 52 dort „gebündelt“ ist. V.l. Roland Meier, Sabine Störch, Anke Thelen, Martin Winterberg und Ruth Stratmann.
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Das Diakoniewerk Duisburg zieht mit dem Projekt „Wohnkonzepte für Frauen“ zur Paul-Rücker-Straße 52 in Neuenkamp. Dort befindet sich jetzt auch der Bürostandort des Ambulanten Wohnens. Und noch viel mehr. Die Kooperation mit der GEBAG zeigt Wirkung.

Das kleine Gebäude mit Flachdach ist schon auf sehr unterschiedliche Weise genutzt worden, als Waschhaus für Neuenkamp, Quartiersbüro der GEBAG, Nikolausgrill, und nun neuer Standort im Diakoniewerk Duisburg für spezielle Angebote der Wohnungslosenhilfe.

Der Umzug ist zugleich Abschluss einer langjährigen Neustrukturierung der Wohnungslosenhilfe, bei der das Diakoniewerk besonders betroffene Frauen im Blick hat. Ihnen Notunterkünfte zur Verfügung zu stellen, aber sie letztendlich von der Straße zu holen, hat viel mit Betreuung, Beratung und persönlichen Kontakten zu tun.

Zeiten haben
sich geändert

„Die Zeiten haben sich geändert und die Angebote im Laufe der Jahre ebenfalls“, so Ruth Stratmann, Geschäftsführerin des Diakoniewerks, bei der symbolischen Schlüsselgabe. Früher sei vieles zentralisiert worden. Jetzt gehen Dezentralisierung und Eigenverantwortung Hand in Hand neue gemeinsame Wege.

Im Februar 1993 wurde die Eröffnung des Obdachs „Unterkunft für Frauen Kremerstraße“ mit 24 Plätzen noch als großer sozialer Schritt gefeiert. „Heute undenkbar“, ergänzt Fachbereichsleiter Roland Meier. „Schwierige Zeiten brauchen Normalität“, sagt er. Und die habe auch etwas mit Individualität und Rückzugsmöglichkeiten zu tun. Mit 24 Betroffenen auf engem Raum sei das nie umsetzbar gewesen.

Ruth Stratmann erinnert zudem an weitere Etappen. Seit 2008 gab es die „Wohnkonzepte für Frauen“ und das „Ambulant Betreutes Wohnen“ in Neudorf auf der Pappenstraße. Notübernachtung, Dauerwohnangebote und die stationäre Hilfe befanden sich in einem Haus. Auch das gehört der Vergangenheit an. Jetzt verteilen sich die Angebote auf verschiedene „normale“ Wohnungen in der Rheinau in Neuenkamp. Die Betreuung und Unterstützung der Frauen wird von der Paul-Rücker-Straße organisiert.

Hier befinden sich jetzt neben den Büros und einer Begegnungsfläche auch zwei Appartements als Dauerwohnangebote für Frauen, die von der Seite einen eigenen Eingang haben. Anke Thelen, Leiterin der Wohnkonzepte für Frauen und des Ambulant betreuten Wohnens: „Wir haben hier mehr Platz für Beratungsmöglichkeiten. Und wir freuen uns über eine 50 Quadratmeter große Begegnungsfläche mit einer eigenen Küche. Diese können wir für tagesstrukturierende Angebote und für gemeinsames Kochen mit den von uns betreuten Menschen nutzen.“

Vorbereitung
auf den Übergang

Die aktuell betreuten Frauen in den „Wohnkonzepten“ sind zwischen 25 und 60 Jahre alt. Sie leben in kleinen Wohngemeinschaften mit zwei bis drei Frauen. Alle haben ein eigenes Zimmer, Küche und Bäder werden gemeinsam genutzt. „Das ist eine gute Vorbereitung auf den Übergang in eine eigene Wohnung und ein selbstständiges Leben“, so Anke Thelen.

Neues Haus mit
alter Geschichte

Im neuen Haus mit alter Geschichte in Neuenkamp hat die städtische Wohnungsgesellschaft Gebag seit Ende letzten Jahres kräftig renoviert, um- und ausgebaut, um den Wünschen und Anforderungen des Diakoniewerkes gerecht zu werden. „Das passt auch gut zu unseren nachhaltigen Aktivitäten im Stadtteil“, ist Sabine Störch, bei der Gebag für die Bestandsbewirtschaftung verantwortlich, überzeugt.

Die Baugesellschaft der Stadt besitzt in Neuenkamp etwa 800 Wohnungen und steht den Mietern mit einem eigenen Quartiersbüro beratend zur Seite. In der Kooperation mit dem Diakoniewerk und der evangelischen Kirchengemeinde sieht sie eine zusätzliche Stärkung des Stadtteils. Martin Winterberg, Pfarrer der Evangelischen Kirchengemeinde Alt-Duisburg, zu der Neuenkamp gehört, sieht in der Nutzung des Hauses ebenfalls positive Synergieeffekt. „Das so entstandene Netzwerk hilft einzig und allein den Menschen“, betont er.

Auch der Fachbereich Kinder, Jugend und Familie des Diakoniewerks Duisburg ist in Neuenkamp vertreten mit der Sozialpädagogischen Tagesgruppe auf der Claudiusstraße 1 und der Familienhilfe „Sofort vor Ort“ auf der Javastraße 37. Ein Stück weiter in Richtung Hafen befindet sich das Gebäude der Zentralen Verwaltung auf der Paul-Rücker-Straße 7 gemeinsam mit der neuen Halle für den Garten- und Landschaftsbau und dem begonnenen Neubau für Büros und Schulungsräume.

Autor:

Reiner Terhorst aus Duisburg

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